Selbsthilfe-Fachtag 2017

„Abstinenzentscheidung(en): Qual oder Wahl?“

„Abstinenzentscheidung(en): Qual oder Wahl?“
Selbsthilfe-Fachtag der Kliniken Wied am 13.09.2017

Über 150 Vertreter aus der Suchtselbsthilfe sowie interessierte Fachleute aus der Versorgungspraxis Abhängigkeitserkrankter vorwiegend aus dem Großraum Köln-Koblenz-Frankfurt trafen sich am 13.09.2017 und tauschten sich beim 8. Selbsthilfe-Fachtag der Kliniken Wied zum Thema Abstinenzentscheidungen aus.

Entscheidungen zu treffen kann so einfach sein – wenn die Alternativen eindeutig entweder positiv oder negativ besetzt sind. Leider ist es im Alltag oft so, dass mehrere Möglichkeiten mit einem Spektrum an Kosten und Nutzen verbunden sind. Entscheidungen spontan, „im Bauch“ zu treffen, kann lebensrettend oder kurzsichtig sein. Entscheidungen hinauszuzögern, zu vermeiden kann quälend oder im Sinne einer guten Abwägung genau das Richtige sein. In der Sucht haben wir es mit vielfältigen Entscheidungsinhalten und –prozessen zu tun – der Entscheidung, das Risiko eines abstinenten Lebens einzugehen, wird ein hoher Stellenwert zugeordnet.

In der diesjährigen Selbsthilfe-Fachtagung der Kliniken Wied wurde das Thema Abstinenzentscheidung in Vorträgen und Workshops aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus beleuchtet. Das Grußwort sprach Frau Sabine Hoffmann von der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz, die als Träger der Sucht-Rehabilitation engagiert ist. Eine ehemalige Patientin der Kliniken Wied schilderte den Weg zur stabilen Abstinenzentscheidung und die damit einhergehenden Konflikte aus Sicht einer Betroffenen, Privatdozent Dr. Ralf Demmel (Münster) näherte sich dem Thema in seinem Vortrag aus einer psychologischen und psychotherapeutischen Perspektive.

Anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Fördervereins Respekt e.V. der Kliniken Wied wurde im Rahmen der diesjährigen Fachtagung der mit 10.000 € dotierte Preis „Selbsthilfelicht“ verliehen. Mit diesem Preis möchte der Förderverein die Bedeutung der Selbsthilfe für den Weg aus der Abhängigkeitserkrankung und die Festigung der Abstinenzentscheidung hervorheben und würdigen. In Zusammenarbeit mit der WeKISS – Westerwälder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe – und unter der Schirmherrschaft der Ministerin Frau Sabine Bätzing-Lichtenthäler (Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz) wurden zwei Suchtselbsthilfegruppen als Preisträger ausgewählt, die Projekte zur Förderung der Suchtselbsthilfe eingereicht hatten und die mit 8.000,-- bzw. 2.000 EUR eine Unterstützung für ihre Vorhaben erhielten.

Kontakt: Dr. Wilma Funke, Kliniken Wied. E-Mail: wilma.funke@kliniken-wied.de.

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